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BFS: Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern bleiben 2018 bestehen

 


23.02.2021, Im Jahr 2018 waren in der Gesamtwirtschaft 60,9% der Arbeitnehmenden, deren monatlicher Lohn für eine Vollzeitstelle unter 4000 Franken liegt, Frauen. Umgekehrt waren die Arbeitnehmenden im obersten Segment der Lohnpyramide mit einem Lohn von mehr als 16 000 Franken zu 81,2% Männer. Zwischen 2014 und 2018 haben die Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern leicht zugenommen (privater und öffentlicher Sektor: von 18,1% im Jahr 2014 auf 19,0% im Jahr 2018). Gemäss den Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) sind 45,4% dieser Lohnunterschiede unerklärt.

In der Gesamtwirtschaft (privater und öffentlicher Sektor) verdienten Frauen im Jahr 2018 durchschnittlich 19,0% weniger (arithmetisches Mittel) als ihre männlichen Kollegen (2016: 18,3%; 2014: 18,1%). Die Lohnunterschiede sind teilweise auf strukturelle Faktoren wie das Bildungsniveau, die Anzahl Dienstjahre oder die Ausübung einer Führungsfunktion zurückzuführen. Es lässt sich feststellen, dass die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern deutlicher ausfällt, je höher die Kaderfunktion ist.

Im privaten Sektor belief sich die durchschnittliche Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern auf 19,6% (2016: 19,6%; 2014: 19,5%). Dabei waren grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen festzustellen. Im Gastgewerbe betrugen sie beispielsweise 8,1%, im Detailhandel 17,7%, in der Maschinenindustrie 21,7% und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 33,4%.

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) lag der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 2018 durchschnittlich bei 18,1% (2016: 16,7%; 2014: 16,6%).

Ungleiche Geschlechterverteilung nach Lohnniveau
Die Lohnpyramide widerspiegelt teilweise die Unterschiede bezüglich beruflicher Eingliederung und ausgeübter Tätigkeit zwischen den Frauen und den Männern auf dem Arbeitsmarkt. 2018 waren in der Gesamtwirtschaft 60,9% der Arbeitnehmenden, deren monatlicher Bruttolohn für eine Vollzeitstelle unter 4000 Franken liegt, Frauen (2016: 63,2%). Am oberen Ende der Lohnpyramide waren 81,2% der Arbeitnehmenden mit einem monatlichen Bruttolohn von mehr als 16 000 Franken Männer.

Unerklärter Anteil der Lohnunterschiede variiert je nach Wirtschaftszweig
Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind teilweise auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, die mit persönlichen Merkmalen (Alter, Ausbildung, Dienstjahre), mit den Merkmalen der im Unternehmen besetzten Stelle und mit dem ausgeübten Tätigkeitsbereich zusammenhängen. Der übrige Anteil der Lohnunterschiede bleibt unerklärt.

2018 belief sich der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Gesamtwirtschaft auf 45,4% (2016: 44,1%; 2014: 42,4%). Im privaten Sektor wuchs er im Jahr 2018 auf 44,3% (2016: 42,9%; 2014: 39,1%). Im öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) entsprach der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 37,2%, gegenüber 34,8% im Jahr 2016 und 41,7% im Jahr 2014.

Der unerklärte Anteil der Bruttolohndifferenz entsprach 2018 im privaten Sektor durchschnittlich 684 Franken pro Monat, gegenüber 657 Franken im Jahr 2016. Er variiert je nach Wirtschaftszweig stark. Im Gastgewerbe entsprach der unerklärte Anteil beispielsweise im Durchschnitt 196 Franken pro Monat (48,7%). Im Detailhandel waren es monatlich 624 Franken (57,4%), in der Maschinenindustrie 931 Franken (53,5%) und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 1324 Franken (30,8%). Im öffentlichen Sektor belief sich der unerklärte Anteil der Lohndifferenz auf 602 Franken pro Monat.

Unerklärte Lohnunterschiede nach Unternehmensgrösse und Hierarchiestufe
In der Gesamtwirtschaft lässt sich feststellen, dass der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede in Kleinunternehmen ausgeprägter ist. Er lag 2018 in Unternehmen mit weniger als 20 Arbeitnehmenden bei 57,5%, während es bei den Unternehmen mit mindestens 1000 Arbeitnehmenden 31,5% waren.

Mit steigender Hierarchiestufe im Unternehmen wird der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede kleiner. Im oberen Kader belief er sich auf 45,1% und bei den Arbeitnehmenden ohne Führungsfunktion auf 75,9%.


Medienkontakt:
Didier Froidevaux, BFS
Sektion Löhne und Arbeitsbedingungen
Tel.: +41 58 463 67 56
E-Mail: didier.froidevaux@bfs.admin.ch

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