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EDA: Der Mehrwert des Schweizer Schulsystems in der internationalen Zusammenarbeit

 


28.04.2022, Bern - Das dezentral organisierte Volksschulsystem unseres Landes hat markante Stärken, von denen sich die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz inspirieren kann. Am 26. April 2022 diskutierten Expertinnen und Experten an einer fachpolitischen Konferenz in Bern darüber, wie die Schweizer Stärken der Schulbildung vermehrt in der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz genutzt werden können. Damit haben Schülerinnen und Schüler weltweit bessere Bildung und Zukunftsperspektiven.

257 Millionen Kinder weltweit haben nicht die Möglichkeit die Schule zu besuchen. Rund 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Subsahara Afrika können am Ende der Primarschule kaum lesen und schreiben, weil die Qualität der Bildung ungenügend ist. Covid-19 verschlimmerte die bereits prekäre Lage der Bildungssysteme in Entwicklungsländern. Der demographische Wandel hin zu einer schnell anwachsenden jungen Bevölkerung gekoppelt mit schlechten Schulsystemen hat weitreichende individuelle, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Länder des globalen Südens.

Das Schweizer Bildungssystem zeugt von sehr hoher Qualität. 95 Prozent der Kinder besuchen die Volksschule, unabhängig der wirtschaftlichen Situation, sozialer Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus erhalten alle Kinder in der Schweiz eine qualitativ hochstehende Schulbildung. Das ist in vielen Entwicklungsländern anders. Erfahrungen der Schweizer Schulbildung können daher die Arbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) inspirieren, entsprechendes Knowhow zur Stärkung der Schulsysteme vor Ort in den Dienst von Partnerländern zu stellen.

Inspiration für Partnerländer

An einer fachpolitischen Konferenz, organisiert durch die DEZA und Movetia, die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungssystem, diskutierten am 26. April 2022 in Bern Expertinnen und Experten aus Bildung, Politik, Entwicklungszusammenarbeit und Forschung darüber, wie von Stärken des Schweizer Schulsystems in der internationalen Zusammenarbeit vermehrt profitiert werden kann; ähnlich wie dies bei der Berufsbildung bereits der Fall ist.

Im internationalen Vergleich gehören unter anderem der hohe Stellenwert einer qualitativ hochstehenden Volksschule, die sowohl stark lokal verankert ist als auch eine starke Integrationsfunktion ausübt, das föderalistisch aufgebaute Schulsystem sowie das nach Regionalsprachen aufgeteilte Schulwesen, welches gleichzeitig die Mehrsprachigkeit fördert. An der Konferenz wurden aktuelle Beispiele der Entwicklungszusammenarbeit vorgestellt, die sich vom Schweizer Schulsystem inspirieren lassen. So beispielsweise der Umgang mit Mehrsprachigkeit in Thailand oder die Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen in Niger, welche den regulären Schuleintritt verpasst hatten.

«Wir wollen unsere Bildungsexpertise nicht in andere Kontexte exportieren. Vielmehr kann der Mehrwert des Schweizer Schulsystems als Inspiration für Bildungsbehörden und andere Bildungsakteure in unseren Partnerländern dienen», sagt Sabina Handschin, Bildungsexpertin bei der DEZA. «Das dezentral organisierte Schulsystem der Schweiz kann man sich durch seine Diversität wie einen grossen Modellbaukasten vorstellen, der lokal angepasste Lösungen für verschiedene Kontexte bereitstellt.» Seit wir mit der Initiative begonnen haben sind wir erfreut, wie sehr sie auch auf Anklang bei Akteuren des Schweizer Bildungswesens stösst, denn der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Schulsystemen aus anderen Ländern ist auch eine Inspirationsquelle für die hiesige Bildungslandschaft.»

Gleichberechtigter Zugang der Verletzlichsten ist ein Grundwert der Schweizer Aussenpolitik

Bildung hat in der Aussenpolitischen Strategie der Schweiz 2020-2023 einen hohen Stellenwert. Gleichberechtigter Zugang zu einer hochwertigen Grundversorgung, namentlich Bildung und Gesundheit, ist eines der vier Hauptziele der Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2021-24 der Schweiz. Bildung ist ein zentrales Instrument der Armutsbekämpfung. Eine solide Schulbildung ist der Sockel für die individuelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung, eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilnahme und Voraussetzung für eine qualifizierte Berufsausbildung. Die Investitionen der Schweiz in eine qualitativ hochstehende Schulbildung für alle kommen nicht von ungefähr. Die öffentliche Schule erfüllt auch eine wichtige Integrationsfunktion: Kinder mit sozial, sprachlich und kulturell unterschiedlichem Hintergrund besuchen die gleiche Schule. Diese Haltung verkörpert auch das Engagement der Schweiz in der internationalen Zusammenarbeit in Grundbildung.


Medienkontakt:
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Über Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA:
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA koordiniert und gestaltet im Auftrag des Bundesrats die Schweizer Aussenpolitik, verfolgt die aussenpolitischen Ziele, wahrt die Interessen des Landes und fördert Schweizer Werte. Departementsvorsteher ist seit dem 1. November 2017 Bundesrat Ignazio Cassis.

Das EDA verfügt über rund 170 sogenannte Aussenstellen rund um Globus. Zu diesen Aussenstellen zählen Botschaften, Konsulate, Kooperationsbüros und ständige Missionen bei internationalen Organisationen.

Die Zentrale des EDA befindet sich in Bern und gliedert sich in ein Generalsekretariat, ein Staatssekretariat und vier Direktionen.

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