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SEM: Status S und der Schweizer Arbeitsmarkt - Ergebnisse aus den neusten Datenerhebungen

 


24.01.2023, Bern-Wabern - Personen mit Schutzstatus S, die zwischen März und Juni in die Schweiz eingereist sind, haben gemäss Selbsteinschätzung relativ gute Englischkenntnisse und eine gute Ausbildung. Viele waren per Ende September 2022 auf Stellensuche oder an einer Arbeit interessiert. Dies zeigt eine Studie der Berner Fachhochschule (BFH), die im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) erarbeitet wurde. Eine Auswertung von Daten aus den Kantonen von Juli bis September zeigt ausserdem, dass die erwerbstätigen Schutzsuchenden ein durchschnittliches Arbeitspensum von 70% und einen standardisierten Monatslohn von 4477 Franken aufwiesen.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat im vergangenen Jahr die Berner Fachhochschule (BFH) beauftragt, arbeitsmarktrelevante Daten zu Personen mit Schutzstatus S zu erheben. Die Online- Befragung wurde während vier Wochen im Zeitraum September/Oktober bei Schutzsuchenden im Alter von 16 bis 59 Jahren durchgeführt. Dafür wurden 8000 Personen angeschrieben. Die rund 30 Fragen waren in die vier Themenblöcke «Aktuelle berufliche Situation», «Sprachkennnisse und Ausbildung», «Mobilität und Zukunftsperspektiven» sowie «Persönliche und gesundheitliche Situation» aufgeteilt. Die Auswertung beruht auf den Antworten von rund 2000 Personen.

40 Prozent haben gute Englischkenntnisse, 70 Prozent eine tertiäre Ausbildung
Laut eigener Einschätzung können rund 40 Prozent der Schutzsuchenden in Englisch «das meiste verstehen und sich gut mündlich ausdrücken». Dabei verfügen die unter 40-Jährigen über deutlich bessere Sprachkenntnisse als die über 40-Jährigen. Die Schutzsuchenden sind ausserdem gut ausgebildet. 94,5 Prozent gaben an, über eine nachobligatorische Ausbildung zu verfügen, 70 Prozent haben einen tertiären Abschluss. Die am häufigsten vertretenen Berufsfelder sind «Wirtschaft, Verwaltung und Recht» und «Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Bau». Damit bestätigt die Befragung die Erhebung des SEM bei Schutzsuchenden, die sich über die Online-Plattform RegisterMe anmelden.

Die meisten Schutzsuchenden würden gerne mehr arbeiten
Die Umfrage der BFH gibt einen vertieften Einblick in die berufliche Situation der Schutzsuchenden. So gaben 36 Prozent der Befragten an, auf Stellensuche zu sein und weitere 36 Prozent zeigten sich an einer Arbeit interessiert. 27 Prozent nahmen an einem Beschäftigungsprogramm oder einer Ausbildung teil und 15 Prozent gaben an, in der Schweiz erwerbstätig zu sein. Drei Viertel der beschäftigten befragten Personen würden gerne mehr arbeiten. Hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Unterstützung wünschen sich die Schutzsuchenden insbesondere bei der Arbeitssuche und beim Erlernen einer (Landes-)Sprache. In diesen Bereichen bestehen bereits Angebote der Kantone, die vom Bund unterstützt werden. Diese werden weitergeführt und schrittweise verbessert.

Konkrete Daten aus effektiven Arbeitsverhältnissen
Zudem hat das SEM auch eine erste Auswertung der Kantone zu den Arbeitspensen und Löhnen der Schutzsuchenden publiziert. Diese Daten umfassen den Zeitraum Juli bis September 2022. Sie ergänzen die BFH-Studie und entsprechen dieser in weiten Teilen.

Im untersuchten Zeitraum betrug der durchschnittliche Beschäftigungsgrad der erwerbstätigen Schutzsuchenden 70 Prozent. 46 Prozent der Beschäftigten arbeiteten Vollzeit. 98 Prozent befanden sich in einem Anstellungsverhältnis, zwei Prozent waren Selbstständige.

Ausgewiesen wird in der Auswertung ausserdem der durchschnittliche standardisierte Monatslohn (1/12 eines Brutto-Jahressalärs bei 100% Beschäftigungsgrad). Bei den Schutzsuchenden belief sich dieser Monatslohn im Durchschnitt auf 4477 Franken. Bei 24 Prozent der Erwerbstätigen mit Status S lag der Bruttolohn zwischen 3000 und 4000 Franken, bei 17 Prozent zwischen 4000 und 5000 Franken. Rund 12 Prozent erzielten ein Einkommen über 5000 Franken, während 14 Prozent weniger als 1000 Franken verdienten.


Medienkontakt:
Information und Kommunikation SEM
medien@sem.admin.ch

Über Staatssekretariat für Migration SEM:
Das Staatssekretariat regelt, unter welchen Bedingungen jemand in die Schweiz einreisen, hier leben und arbeiten darf – und es entscheidet, wer hier Schutz vor Verfolgung erhält.

Gemeinsam mit den Kantonen organisiert das Staatssekretariat die Unterbringung der Asylsuchenden und die Rückkehr der Personen, die keinen Schutz benötigen.

Zudem koordiniert das Staatsekretariat die Integrationsarbeit, ist auf Bundesebene für die Einbürgerungen zuständig und engagiert sich auf internationaler Ebene für eine wirksame Steuerung der Migrationsbewegungen.

Das ehemalige Bundesamt für Migration BFM ist am 1. Januar 2005 aus der Fusion des Bundesamtes für Flüchtlinge BFF und des Bundesamtes für Zuwanderung, Integration und Auswanderung IMES entstanden.

Seit dem 1. Januar 2015 heisst die Behörde Staatssekretariat für Migration. Diese Neuerung trägt der wachsenden Bedeutung und dem umfangreicheren Aufgabenbereich Rechnung.

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