Nationale Konferenz zu sexualisierter Gewalt

 


15.11.2023, Bern - Die Nationale Konferenz Gewalt ist dieses Jahr dem Thema sexualisierte Gewalt gewidmet. Rund 450 Fachpersonen trafen sich heute in Bern zu einem Austausch über die Hintergründe dieser Gewaltform und geeignete Massnahmen dagegen. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eröffnete die vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann organisierte Konferenz.

Sexualisierte Gewalt bezeichnet ungewolltes, grenzverletzendes Verhalten mit sexuellem Bezug. Sexualisierte Gewalt hat verschiedene Ausprägungen und kann von unerwünschtem Hinterherrufen («Catcalling») bis hin zu körperlichen Übergriffen reichen. Frauen und Mädchen sind häufiger davon betroffen als Männer. So zeigt eine Analyse des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) 2022, dass unter den Personen, die sexuelle Belästigung erfahren, über 90 Prozent weiblich sind, während als belästigende Personen fast ausschliesslich Männer genannt werden. Gemäss dieser Studie liegen die Ursachen für dieses Ungleichgewicht unter anderem in ungleichen Machtverhältnissen und in hartnäckigen Geschlechterstereotypen.

Die Nationale Konferenz Gewalt greift diese gesellschaftliche Problematik auf. Am heutigen Anlass in Bern wurden Massnahmen, Entwicklungen und Interventionsformen vorgestellt und Handlungsmöglichkeiten diskutiert. In ihrem Grusswort zur Eröffnung erinnerte Justizministerin Elisabeth Baume-Schneider daran, dass die Unterstützung von Betroffenen von häuslicher und sexueller Gewalt eine Priorität des Bundes sei.

Diskutiert wurden ausgewählte Änderungen im schweizerischen Sexualstrafrecht, welche dieses Jahr von den eidgenössischen Räten verabschiedet wurden. Dabei wurde auch ein Blick nach Schweden gerichtet, wo das Sexualstrafrecht seit 2018 die Zustimmungslösung («nur Ja heisst Ja») enthält. Innovative Ansätze bei der Gewaltprävention, zum Beispiel im Bereich der medialen Berichterstattung, der Jugendarbeit, im Kulturbereich oder gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen, wurden thematisiert. Vorgestellt wurde auch die neue Unterseite «Sexualisierte Gewalt» zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auf der Webseite des Bundesamts für Statistik (BFS).

Die Nationale Konferenz Gewalt findet zum neunten Mal statt und wird vom EBG organisiert. Das EBG ist die nationale Koordinationsstelle für die Umsetzung der Istanbul-Konvention, des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Frühere Ausgaben der Konferenz behandelten Themen wie das Bedrohungsmanagement, Stalking, häusliche Gewalt im Kindes- und Erwachsenenschutz oder in der öffentlichen Gesundheit.


Medienkontakt:

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG
Sina Liechti
Tel. +41 58 467 42 04
sina.liechti@ebg.admin.ch

Über Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann:
Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann fördert die Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebensbereichen und setzt sich für die Beseitigung jeglicher Form direkter oder indirekter Diskriminierung ein.

Das Gleichstellungsgesetz und das Diskriminierungsverbot bilden die Grundlage für die Tätigkeiten des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG.

Die Aktivitäten des EBG zielen auf die Umsetzung der rechtlichen und der tatsächlichen Gleichstellung. Sie gliedern sich in die Bereiche Recht, Arbeit, Gewalt sowie Finanzhilfen und Ressourcen.

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