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Mode im Fokus - Ausstellungen 2026 im Textilmuseum St.Gallen

 


Bildrechte: Textilmuseum St.Gallen

28.01.2026, Das Textilmuseum St.Gallen widmet sich im Jahr 2026 der Mode und ihren vielschichtigen kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dimensionen. Mit drei Ausstellungen spannt das Museum einen Bogen von der historischen und zeitgenössischen Modefotografie über sozialdokumentarische Industrieporträts bis hin zur Frage des bewussten Sammelns von Kleidung.

Im Zentrum des Programms steht die Ausstellung „Mise en Scène. Modefotografie von der Belle Époque bis heute“, die am 3. Juli 2026 eröffnet und bis Ende Februar 2027 zu sehen sein wird. Parallel dazu präsentiert das Museum in seiner Lounge die fotografische Serie „Porträt einer Schweizer Firma“ von Barbara Davatz. Noch bis zum 25. Mai 2026 ergänzt die Ausstellung „ Mode sammeln. Von T-Shirts bis Haute Couture“ den thematischen Dreiklang.

Mise en Scène. Modefotografie von der Belle Époque bis heute

03.07.2026 – Ende Februar 2027

Die Ausstellung „Mise en Scène“ verbindet internationale Fotokunst mit regionaler Textilwirtschaft und beleuchtet mehr als 120 Jahre Mode-, Fotografie- und Sozialgeschichte. Im Fokus stehen Schweizer Textilien, die über Jahrzehnte hinweg in der Couture Verwendung fanden und finden und bis heute auf internationalen Laufstegen und in Modemagazinen präsent sind.

Modefotografien erzählen nicht nur von Kleidern, sondern auch von Körperbildern, Rollenverständnissen und gesellschaftlichen Idealen: von der befreiten Silhouette der 1920er-Jahre über die glamouröse Weiblichkeit der Nachkriegszeit bis hin zu selbstbewussten, diversen Darstellungen der Gegenwart. Die Modefotografie wird so zum Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen – und zugleich zum Schaufenster einer international vernetzten Schweizer Textilindustrie.

Die Ausstellung versammelt Werke renommierter Fotografen und Studios wie Frères Seeberger, Atelier d’Ora / Arthur Benda, Helmut Newton, Peter Knapp, Jeanloup Sieff und Iwan Baan. Ergänzt durch Textilien und Mode von Forster Rohner, Jakob Schlaepfer, Akris und weiteren Schweizer Unternehmen entsteht ein vielschichtiger Dialog zwischen internationaler Fotokunst und Ostschweizer Textiltradition.

Porträt einer Schweizer Firma. Eine Fotoserie von Barbara Davatz

05.06.2026 – Ende Februar 2027

Im Jahr 1972 fotografierte Barbara Davatz die gesamte Belegschaft der Firma Walser AG, einer Textildruckerei und Zwirnerei in Zürchersmühle (AR). Sie porträtierte 38 Frauen und Männer und vermerkte zu jedem Bild Name, Geburtsdatum, Nationalität sowie Beruf oder Tätigkeitsbereich. Entstanden ist eine vielschichtige Fotoarbeit, die in ihrer ruhigen, unsentimentalen Sachlichkeit von sozialem Engagement, Offenheit und Zugewandtheit zeugt.

Die Serie wird häufig im Zusammenhang mit den migrationspolitischen Debatten der frühen 1970er-Jahre, insbesondere der sogenannten Schwarzenbach-Initiative, gelesen; zugleich reicht ihre Bedeutung weit darüber hinaus. Heute gelten die Porträts als prägnantes Zeugnis einer vergangenen Arbeitswelt und als reflektierter Beitrag zu Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Menschlichkeit.

Mode sammeln. Von T-Shirts bis Haute Couture

Noch bis einschliesslich 25.05.2026

Die Ausstellung Mode sammeln gewährt Einblicke in vier private Kollektionen sowie in die Sammlung des Textilmuseums St.Gallen. Ikonische T-Shirts, fein geschneiderte Herrenanzüge, extravagante Abendkleider, historische Lingerie und einzigartige historische textile Zeugnisse zeigen, wie Kleidung jenseits schnelllebiger Trends neue Bedeutungen entfalten kann – als Wissensspeicher, Inspirationsquelle oder persönliches Erinnerungsstück.

Dem gedankenlosen Konsum von Fast Fashion stellt die Ausstellung das bewusste Sammeln als kulturelle Praxis entgegen und lädt zur Reflexion über Wert, Dauer und Verantwortung im Umgang mit Mode ein.

Textilmuseum St.Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St.Gallen
Schweiz
info@textilmuseum.ch
www.textilmuseum.ch



Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Textilmuseum St.Gallen


Über Textilmuseum St. Gallen:
Die Sammlungen des Textilmuseums und der Textilbibliothek St. Gallen gehen in ihren Ursprüngen auf die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und stehen in der Tradition der Gewerbemuseen und Mustersammlungen, die in jener Zeit europaweit gegründet wurden.

Sie sollen der Industrie als Inspiration und Vorbild der eigenen Produktion dienen und den „guten Geschmack“ bilden. 1863 beginnt das Kaufmännische Directorium – die Vereinigung der St. Galler Kaufleute – gezielt weltweit Mustervorlagen für die heimischen Produzenten zu sammeln und baut den bereits existierenden Bestand systematisch aus. 1878 kommt es zur Gründung des Museums.

Im Laufe der Zeit wird die Sammlung durch Ankäufe, vor allem auch durch Schenkungen bedeutender Privatsammlungen und Archive der Textilindustrie erweitert. Von grösster Bedeutung ist die Sammeltätigkeit der Fabrikantenfamilie Iklé. Seinem Gründungsgedanken, Quelle der Inspiration für Entwerfer und Designer zu sein, fühlt sich das Haus bis heute verpflichtet.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
  HELP.ch

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