HS beschliesst NEIN-Parole zur Chaos-Initiative

 


Bildrechte: HotellerieSuisse

Zürich (helpnews) - 10.03.2026, HotellerieSuisse spricht sich klar gegen die Chaos-Initiative und wird sich im Abstimmungskampf aktiv für eine Ablehnung engagieren.

HotellerieSuisse hat heute die Nein-Parole zur Chaos-Initiative («Keine 10-Millionen-Schweiz») gefasst. Eine Annahme der Initiative hätte weitreichende Folgen für die Beherbergung und den gesamten Tourismus. Im Kern nimmt sie die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU in Kauf und gefährdet damit die Rekrutierung von Arbeitskräften, die Erreichbarkeit der Schweiz und die Planungssicherheit für Beherbergungsbetriebe.

Die Regionalverbandskonferenz von HotellerieSuisse, bestehend aus der Verbandsleitung sowie den Präsidentinnen und Präsidenten der Regionalverbände, hat heute einstimmig die Nein-Parole zur «Chaos-Initiative» für die eidgenössische Abstimmung vom 14. Juni gefasst. Die Initiative verlangt eine Begrenzung der ständigen Wohnbevölkerung auf maximal 10 Millionen Menschen. Wird dieses Ziel nicht eingehalten, müssten zentrale internationale Abkommen – insbesondere die Personenfreizügigkeit mit der EU – gekündigt werden.

Planungschaos mit weitreichenden Folgen
Der Verband ist überzeugt: Die Initiative schafft Rechtsunsicherheit und Planungschaos, ohne realistische und umsetzbare Lösungen vorzulegen. Starre Vorgaben auf Verfassungsebene würden zentrale Fragen offenlassen und erhebliche Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringen. Für den Tourismus als international vernetzte Exportbranche wären die Auswirkungen besonders spürbar. Verlässliche Rahmenbedingungen und stabile Beziehungen zu den wichtigsten Partnern – insbesondere zur Europäischen Union – sind für die Beherbergung unentbehrlich.

Fachkräftemangel würde sich weiter verschärfen
Rund 30 Prozent der Mitarbeitenden im Gastgewerbe stammen aus dem EU/EFTA-Raum. Der Tourismussektor ist entsprechend auf die Rekrutierung von Arbeits- und Fachkräften aus diesen Ländern angewiesen. Ein Wegfall der Personenfreizügigkeit würde die Rekrutierung stark erschweren und den bestehenden Fachkräftemangel verschärfen. Offene Stellen liessen sich kaum mehr im erforderlichen Umfang besetzen. «Die Folgen wären für Gäste unmittelbar spürbar: Hotels, Restaurants und weitere touristische Einrichtungen müssten ihr Angebot und ihre Öffnungszeiten einschränken. Darunter würden Servicequalität, Angebotsvielfalt und Wettbewerbsfähigkeit leiden», erklärt Chrisitan Hürlimann, Direktor von HotellerieSuisse.

Erreichbarkeit der Schweiz würde beeinträchtigt
Mit der Kündigung der Personenfreizügigkeit ist zudem davon auszugehen, dass die Schweiz auch nicht mehr Teil des Schengen-Raums sein könnte. Dies würde bedeuten, dass wieder systematische Grenzkontrollen eingeführt werden müssten – mit langen Wartezeiten für Gäste aus Europa und Drittstaaten. Sollte die Schweiz nicht mehr am Schengen-System teilnehmen, wären Reisen aufgrund der veränderten Visumsbestimmungen mit erhöhtem administrativem Aufwand verbunden. Dies könnte die Attraktivität der Schweiz in bestimmten Fernmärkten wie den USA oder den Golfstaaten beeinträchtigen. Gerade in der Nebensaison spielen Gäste aus diesen Märkten eine wichtige Rolle für die touristische Nachfrage.

Internationales Image als Reiseland steht auf dem Spiel
Der Schweizer Tourismus ist stark von seinem internationalen Ruf als offenes, gut erreichbares und verlässliches Reiseland geprägt. «Eine Annahme der Initiative würde die Wahrnehmung der Schweiz im Ausland beeinflussen und die Positionierung im internationalen Wettbewerb schwächen», sagt Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse. Bereits heute zeigt sich im Ausland vereinzelt die Wahrnehmung, dass die Schweiz sich zunehmend abschottet.

Verband bringt sich sichtbar in den Abstimmungskampf ein
HotellerieSuisse wird sich im Vorfeld der Abstimmung aktiv einbringen und auf all seinen Kommunikationskanälen für ein NEIN mobilisieren. Gemeinsam mit weiteren Akteurinnen und Akteuren entlang der touristischen Wertschöpfungskette wird der Verband die konkreten Auswirkungen der Initiative auf Betriebe, Mitarbeitende, Gäste und die Bevölkerung aufzeigen. Ziel ist es insbesondere, tourismusaffine Bevölkerungsschichten für die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen, gesicherter Fachkräfte und funktionierender internationaler Beziehungen zu sensibilisieren. Der Verband wird damit seinen Beitrag zu einer sachlichen und faktenbasierten Abstimmungsdebatte leisten.


Medienkontakt:
Vinzenz van den Berg
Leiter Unternehmenskommunikation
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