Freizeit wird teurer: Reisen und Haustiere im Preishoch

 


Bildrechte: comparis.ch AG

30.04.2026, Pauschalreisen und Fliegen kosten im Vergleich zum Vorjahr mehr. Gleiches gilt für alles rund um Haustiere. Das zeigt der aktuelle Freizeit-Preisindex von Comparis. Im 5-Jahresvergleich sind die Preise für Pauschalreisen und Luftverkehr sogar um 33 Prozent beziehungsweise 77 Prozent gestiegen. «Die grenzenlose Freiheit über den Wolken wird aufgrund von Kapazitäts- und Personalengpässen sowie steigenden Material-, Personal- und Treibstoffkosten immer teurer. Hinzu kommen höhere Abgaben und eine starke Nachfrage», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. «Und das Fliegen wird noch teurer, da der derzeitige Preisschock beim Kerosin verzögert auf die Ticketpreise wirkt.».

Im März 2026 sind die Preise für Freizeitgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent gestiegen. Das zeigt der Freizeit-Preisindex des Internet-Vergleichsdienstes Comparis. Er verdeutlicht, wie sich die Teuerung in den Bereichen Freizeit und Kultur sowie Gastronomie und Reisen in der Schweiz entwickelt hat. Im Vergleich dazu weist der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der alle Konsumpreise misst und nicht nur Freizeitgüter, eine Jahresteuerung von 0,3 Prozent* aus.

Gegenüber Februar 2026 sind die Preise im Freizeitindex-Warenkorb gesunken, nämlich um 0,3 Prozent (LIK: plus 0,2 Prozent*). Im Monat zuvor waren die Kosten für Freizeitgüter um 2,7 Prozent gestiegen (LIK: plus 0,6 Prozent*).

Das volle Ausmass wird erst noch sichtbar

Im vergangenen Monat – im Vergleich von März zu Februar 2026 – haben sich verschiedene Produkte verteuert. Am stärksten sind die Preise für Pauschalreisen gestiegen, um 5,2 Prozent*. Konsumierende müssen auch für den Luftverkehr mehr bezahlen – die Preise sind im März um 3,9 Prozent* gestiegen.

«Beim Luftverkehr wie bei den Pauschalreisen spielen saisonale Effekte eine Rolle», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. «Dazu kommen ein grosser Nachholbedarf, Kapazitäts- sowie Fachkräfteengpässe, die allgemeine Teuerung und eine hohe Zahlungsbereitschaft.» Im 5- Jahresvergleich verteuerten sich Pauschalreisen und der Luftverkehr sogar um 33 Prozent beziehungsweise 77 Prozent.

«Damit ist das Ende der Fahnenstange aber nicht erreicht: Fliegen wird noch teurer», kommentiert Kuhn. «Die seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Kerosinpreise wirken erst verzögert auf die Ticket- und Pauschalreisepreise.» Das volle Ausmass werde erst in den nächsten Monaten, also im Sommer, in den LIK-Daten sichtbar.

«Höhere Ticketpreise, weniger Auswahl, mehr Annullierungen, längere Reisezeiten»

Die International Air Transport Association (Iata) rechnete für 2026 mit einem Barrelpreis von rund 88 US-Dollar; inzwischen liegt er teilweise über 200 US-Dollar. Entsprechend optimieren Fluggesellschaften ihre Netze, streichen unrentable Flüge, nehmen treibstoffintensive Flugzeuge aus dem Verkehr und konzentrieren sich auf wenige Drehkreuze. Kuhn: «Für Flugreisende bedeutet das höhere Ticketpreise, weniger Auswahl, kurzfristige Flugänderungen oder Annullierungen sowie mehr indirekte Flüge, also längere Reisezeiten.»

Kuhn prognostiziert: «Pauschalreisen werden preislich ebenfalls anziehen, auch wenn die Situation komplexer ist als bei den Flugreisen.» Denn von den Bestandteilen Flug, Transfers und Hotel treiben vor allem die Flüge die Kosten, jedoch zeitverzögert. Kurzfristig haben viele Anbieter ihre Preise abgesichert (Hedging) – das läuft ab Sommer jedoch teilweise aus. Gleichzeitig verkleinert sich das Angebot – weniger Flüge, weniger Kapazitäten – und die Nachfrage verschiebt sich von Krisenregionen zu sicheren Zielen. «Da die Reiselust jedoch ungebrochen ist – bei einem kleineren Angebot und gleichzeitig steigenden Flugpreisen –, werden auch Pauschalreisen tendenziell teurer, und Last-Minute-Angebote werden wohl seltener», so der Comparis-Experte.

Haustierboom treibt die Kosten

Ebenfalls unter den Top 5 der am stärksten verteuerten Güter sind Bild- und Tonträger mit plus 3,0 Prozent* sowie tierärztliche Leistungen für Heimtiere mit plus 2 Prozent*.

Im 5- Jahresvergleich sind insbesondere die Preise für Heimtierbedarf und tierärztliche Behandlungen um 5 Prozent beziehungsweise 13 Prozent geklettert.

«Futter, Zubehör und Pflegeartikel sind aufgrund höherer Energie- und Transportkosten sowie gestiegener Rohstoffpreise, etwa für Getreide und Fleisch, teurer geworden», erklärt der Comparis-Experte. Zudem gibt es eine hohe Zahlungsbereitschaft und eine gestiegene Nachfrage. Die Zahl der Haustiere in der Schweiz wuchs seit der Coronapandemie deutlich: Waren vor der Pandemie in der Schweiz rund 520’000 Hunde registriert, sind es aktuell rund 550’000. Bei den Katzen gehen Schätzungen von einer Zunahme von rund 1,5 Millionen auf 1,9 Millionen Tiere aus. Hinzu kommen rund 400’000 Nagetiere sowie Vögel, Fische und Reptilien.

«Bei den tierärztlichen Behandlungen zeigen sich ähnliche Faktoren wie in der Humanmedizin: Die Diagnostik und Behandlung wird komplexer, es gibt mehr spezialisierte Kliniken sowie einen Fachkräftemangel und steigende Personalkosten. Im Gegensatz zur Humanmedizin gibt es aber kein verbindliches Tarifsystem», so Kuhn. Die steigenden Kosten belasten die Budgets von Halterinnen und Haltern. Denn: «Weniger als 10 Prozent aller Haustiere in der Schweiz sind versichert. Über 90 Prozent der Haustierbesitzenden tragen die Kosten der stetig aufwendigeren Behandlungen sowie der teureren Medikamente selbst.»

Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten ab 65 Jahren

Die höchste Teuerung erlebten in den vergangenen 12 Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Diese Haushalte verzeichnen aktuell eine Teuerungsrate von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im März stiegen ihre Ausgaben gegenüber dem Vormonat nochmals um 0,4 Prozent.

Für Paare mit Kindern war die Teuerung prozentual am geringsten. Mit einem Indexstand von 111,4 hat die Teuerung bei ihnen in den vergangenen 12 Monaten 0,7 Prozent betragen.

Deutsche und rätoromanische Schweiz mit der höchsten Inflation

Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die deutsche und rätoromanische Schweiz verzeichnete mit plus 0,9 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Im März sank das Preisniveau gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent.

Die tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienischsprachige Schweiz mit plus 0,8 Prozent. Im März sank das Preisniveau dort gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent.

Parahotellerie wurde günstiger

Im März sind einige Produkte günstiger geworden. So bezahlten Konsumierende für Parahotellerie 20,9 Prozent* weniger als noch im Februar. Auch sonstige Dienstleistungen für den Individualverkehr wurden günstiger, nämlich um 8,4 Prozent*. Besonders deutlich nachgegeben haben Automiete und Carsharing (minus 22,1 Prozent*).

Weiter sanken die Preise für Bergbahnen und Skilifte (minus 3,4 Prozent*), sonstige Druckprodukte (minus 1,4 Prozent*) sowie Foto- und Videoausrüstung (minus 1,3 Prozent*).

Flug- und Pauschalreisepreise

Früh buchen statt pokern: Last-Minute-Angebote werden seltener und teurer. Reisende sollten einige Monate im Voraus buchen, besonders für Sommer- und Ferienzeiten. Flexibilität bei Reisedaten (zum Beispiel am Dienstag statt am Samstag) kann zusätzlich Geld sparen.

Alternative Routen und Flughäfen prüfen: Da Fluggesellschaften ihr Angebot reduzieren, lohnt sich ein Blick auf Abflüge ab kleineren Flughäfen, Verbindungen mit Zwischenstopp (oft günstiger als Direktflüge) sowie Kombinationen aus Zug und Flug. Das reduziert die Auswirkungen von weniger Direktverbindungen.

Paket- und Einzelbuchung vergleichen: Auch wenn Pauschalreisen teurer werden, können sie weiterhin Vorteile bieten, etwa Preisabsicherung gegen weitere Flugpreisanstiege sowie Schutz bei Annullierungen. Trotzdem lohnt sich der Vergleich mit Einzelbuchungen – manchmal ist es günstiger, selbst zu kombinieren.

Heimtierbedarf und Tierarztkosten

Prävention spart langfristig Geld: Regelmässige Impfungen, Zahnpflege und Kontrollen verhindern teure Behandlungen. Früh erkannt sind viele Krankheiten deutlich günstiger zu behandeln.

Preise vergleichen und 2. Meinung einholen: Was bei Menschen gilt, gilt auch bei Tieren: Behandlungskosten können stark variieren. Bei grösseren Eingriffen lohnt es sich, einen Kostenvoranschlag zu verlangen und eine 2. Praxis zu konsultieren. Das schafft Transparenz und kann mehrere 100 Franken einsparen.

Rücklagen oder Versicherung einplanen: Da Behandlungen teurer werden, kann es sich lohnen, monatlich einen kleinen Betrag für Tierkosten zurückzulegen oder eine Tierkrankenversicherung zu prüfen. Gerade bei unerwarteten Operationen kann das finanziell entlasten.

*Comparis- Freizeit-Preisindex

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK wurde Anfang 2026 neu strukturiert und umfasst 13 Hauptkategorien – darunter neu auch die Hauptkategorie Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.

Der Comparis-Freizeit-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Freizeit und Kultur, Restaurants und Hotels sowie Reisen ab. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS.

Die Datengrundlage für den Comparis-Freizeit-Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sowie der Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Die Gewichtungen für die neuen Preisindizes werden aus der HABE konstruiert. Danach werden verkettete Laspeyres-Indizes mit den Preisreihen des LIK berechnet. Die Indexbasis ist Dezember 2017 (entspricht 100 Prozent).

Weitere Informationen:

Michael Kuhn
Consumer-Finance-Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch



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Quellen:
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