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Gaza: Ratten- und Schädlingsplage setzt zwei von drei Kindern Infektionsrisiken aus

 



05.05.2026, Während die Temperaturen ansteigen, haben Ratten, Mäuse und Insekten in den vergangenen Wochen Vertriebenenunterkünfte im Gazastreifen in grosser Zahl befallen. Dadurch verschärfen sich die Gesundheitsrisiken für rund 1,4 Millionen Menschen, die in überfüllten Notunterkünften leben, wie Save the Children mitteilt.

Wie das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mitteilte, waren in 1326 von 1644 Notunterkünften, die Mitte April untersucht wurden, häufig Nagetiere oder Schädlinge zu sehen – das entspricht über 80%. In fast zwei Dritteln der Unterkünfte wurden Hautinfektionen oder Hautausschläge gemeldet, in über 65% Läuse und in mehr als der Hälfte Bettwanzen. Kinder machen etwa 47% der Bevölkerung im Gazastreifen aus. Das bedeutet, dass rund 680’000 Kinder – etwa zwei Drittel aller Kinder im Gazastreifen – in Unterkünften leben, die von Nagetieren oder Schädlingen befallen sind.

Nagetiere fressen sich durch Zelte und verunreinigen Lebensmittelvorräte, während es kaum sichere Lagermöglichkeiten gibt. Es ist zu erwarten, dass sich die Situation mit weiter steigenden Temperaturen verschärft. Mitarbeitende von Save the Children haben mit Familien gesprochen, die nachts aus Angst nicht schlafen können, weil sie befürchten, ihre Kinder könnten von Ratten gebissen werden. Solche Vorfälle wurden in diesem Jahr bereits gemeldet.

Die militärische Blockade Israels verhindert, dass Hilfsgüter und kommerzielle Waren in den Gazastreifen gelangen. Dadurch haben Familien keinen Zugang zu Pestiziden, um den Befall zu kontrollieren. Wenn diese Produkte ausnahmsweise auf dem Markt verfügbar sind, sind sie unerschwinglich. In der Folge greifen Familien oft zu wirkungslosen Methoden, etwa indem sie versuchen, die Tiere mit Stöcken zu fangen oder einfache Klebefallen einzusetzen.

Das Gesundheits-, Wasser- und Sanitärsystem im Gazastreifen ist durch mehr als zwei Jahre Krieg weitgehend zerstört worden. Überfüllte Unterkünfte, die von Trümmern und Müllbergen umgeben sind, sind zu Brutstätten für Krankheiten geworden. Die Anhäufung von Abfällen begünstigt die Vermehrung von Nagetieren und Schädlingen, die wiederum zur Verbreitung von Krankheiten wie Krätze, Lungenentzündung und Durchfall führen. Kinder, insbesondere Kleinkinder unter fünf Jahren sowie durch Mangelernährung geschwächte Kinder, sind besonders anfällig für diese Krankheiten.

«Es bricht mir das Herz, die improvisierten Zelte entlang meines gesamten Arbeitswegs zu sehen. Diese Unterkünfte werden willkürlich auf beschädigter Infrastruktur errichtet, sodass die Menschen ständig Risiken durch Abwasser, Nagetieren und Schädlingen ausgesetzt sind», sagt Shurouq, Multimedia Managerin für Save the Children im Gazastreifen.

«Das Gesundheits- und Sanitärsystem im Gazastreifen ist zerstört. Wenn es regnet, fliesst ungeklärtes Abwasser durch die Strassen und wird regelmässig ins Meer geleitet. Ich habe Mühe, Wasser zu finden, und die Menschen haben keine andere Wahl, als im Meer zu fischen und zu schwimmen – damit setzen sie sich selbst Risiken aus», so Shurouq weiter.

Save the Children fordert einen jederzeit ungehinderten humanitären Zugang. Als Besatzungsmacht ist Israel verpflichtet, sicherzustellen, dass die humanitären Bedürfnisse der besetzten Bevölkerung erfüllt werden. Der « Waffenstillstandsplan» wird seinen humanitären Bestimmungen nicht gerecht. Israel muss die Belagerung dringend aufheben und sicherstellen, dass alle Grenzübergänge geöffnet und voll funktionsfähig sind. Beschränkungen für Hilfsgüter müssen aufgehoben und grundlegende Dienstleistungen wieder aufgenommen werden, damit Wohnungen, Schulen, Wasser- und Sanitärsysteme sowie Leben wieder aufgebaut werden können.

Save the Children unterstützt Kinder im Gazastreifen mit psychosozialen Angeboten und kinderfreundlichen Räumen, in denen sie spielen, lernen und sich mit anderen Kindern austauschen können. Zudem stellt die Kinderrechtsorganisation Gesundheits- und Ernährungsdienste sowie sauberes Wasser und Hygienemassnahmen für die Bevölkerung im Gazastreifen bereit.

Save the Children ist seit 1953 in den besetzten palästinensischen Gebieten tätig und seit 1973 dauerhaft vor Ort präsent. Gemeinsam mit Partnerorganisationen setzen wir uns für qualitativ hochwertige Bildung, den Schutz von Kindern, frühkindliche Förderung sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen ein.

Quellen:

  • Gemäss einem OCHA-Situationsbericht zeigte ein Alarmsystem des Site Management Cluster (SMC) zwischen dem 7. und 13. April, dass in 1326 von 1644 untersuchten Unterkünften (81%) Nagetiere oder Schädlinge häufig zu sehen waren, was etwa 1,45 Millionen Menschen betrifft. Bei einem Kinderanteil von 47% im Gazastreifen entspricht dies rund 680’500 Kindern – also zwei von drei Kindern.

  • Mehr als 70’000 Fälle von Ektoparasitenbefall, verschärft durch den Mangel an Hygieneartikeln, United Nations in Palestine

  • UNRWA-Situationsbericht Nr. 218 zur humanitären Krise im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland einschliesslich Ostjerusalem

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Kontakt.

Kontakt
Melina Stavrinos
Fachperson Medien und Kommunikation
+41 44 267 74 68 melina.stavrinos@savethechildren.ch



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Über Save the Children:
Save the Children ist die führende unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt und setzt sich seit 1919 gezielt für die Rechte der Kinder ein. Save the Children Schweiz ist Mitglied des weltweiten Save the Children Netzwerks.

In der Schweiz und auf der ganzen Welt sorgen wir dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, zur Schule gehen können und geschützt sind. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um ihr Leben und ihre Zukunft positiv zu beeinflussen - auch im Not- und Katastrophenfall.

Save the Children ist politisch, ideologisch, wirtschaftlich und konfessionell unabhängig. Save the Children hat Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Save the Children ist seit 2006 in der Schweiz aktiv und ist Zewo-zertifiziert.

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Quellen:
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