Neue Produkte - neue Wege in die Sucht

 


Bildrechte: Sucht Schweiz

19.05.2026, Lausanne (ots) - Neben Zigaretten sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Tabak- und Nikotinprodukte auf den Markt gekommen, viele davon mit Marketingstrategien, die gezielt Jugendliche ansprechen. Die aktuelle Erhebung Gesundheit und Lifestyle (EGL) zeigt: Minderjährige steigen heute überwiegend mit E-Zigaretten in den Nikotinkonsum ein. Ausserdem nimmt der parallele Konsum mehrerer Produkte zu, während nur wenige den Ausstieg schaffen. Wirksame Regulierung ist daher dringend nötig - und wird von der Bevölkerung mehrheitlich unterstützt.

Der Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten bleibt in der Schweiz hoch. Gemäss der Erhebung Gesundheit und Lifestyle 2025 konsumieren 23 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal pro Monat mindestens ein entsprechendes Produkt. Zwei Drittel davon tun dies täglich. Die zunehmende Produktvielfalt führt dazu, dass immer häufiger mehrere Produkte parallel genutzt werden: 25 Prozent der mindestens monatlich Konsumierenden greifen zu mehr als einer Produktart.

Generation der 15- bis 17-Jährigen konsumiert anders

15 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren raucht mindestens einmal pro Monat herkömmliche Zigaretten. Bei den Konsumierenden ab 25 Jahren ist die Zigarette das dominierende Produkt. Gleichzeitig ist bei den 15- bis 17-Jährigen ein klarer Wandel erkennbar: Die E-Zigarette scheint hier mittlerweile fast genauso verbreitet zu sein wie die herkömmliche Zigarette. Der Anteil des parallelen Konsums (mind. einmal pro Monat) mehrerer unterschiedlicher Tabak- oder Nikotinprodukte ist bei den 15- bis 17-jährigen Konsumierenden mit 40 Prozent deutlich höher als bei den erwachsenen Konsumierenden. Und die meisten der 15- bis 17-Jährigen, die mindestens einmal monatlich andere Produkte als herkömmliche Zigaretten konsumieren, bevorzugen aromatisierte Varianten, insbesondere süsse und fruchtige Geschmacksrichtungen.

E-Zigarette ist heute das wichtigste Einstiegsprodukt der Jugendlichen

Unter den 15- bis 17-Jährigen, die zumindest einmal pro Monat mindestens ein Tabak- oder Nikotinprodukt konsumieren, hat die E-Zigarette die herkömmliche Zigarette eindeutig als häufigstes Einstiegsprodukt abgelöst. Besonders beliebt sind Einwegprodukte. Bei den unter 25- Jährigen, die mit der E-Zigarette in den Konsum eingestiegen sind, nutzten nur etwa vier von zehn zum Zeitpunkt der Befragung (ausschliesslich) die E-Zigarette; ein Teil greift (auch) zur herkömmlichen Zigarette.

Nur wenige schaffen den Ausstieg

Ungefähr die Hälfte der Personen, die zumindest einmal pro Monat mindestens ein Tabak- oder Nikotinprodukt konsumieren, möchte aufhören. Gleichzeitig zeigt die Befragung von 2025, dass nur 14 Prozent der Personen ab 30 Jahren, die fünf Jahre zuvor herkömmliche Zigaretten, E-Zigaretten oder Tabakerhitzer konsumierten, den Ausstieg geschafft haben.

Belastung durch Rauch und Dampf gestiegen

Die unfreiwillige Exposition gegenüber Rauch und Dampf nahm im Vergleich zum Jahr 2023 zu. Am stärksten betroffen sind die 18- bis 24-Jährigen. Tabakrauch ist nach wie vor die Hauptquelle dieser unfreiwilligen Belastung, doch der Dampf von E-Zigaretten gewinnt zunehmend an Bedeutung und betrifft besonders Jugendliche.

Bevölkerung fordert stärkere Regulierung

Die Zustimmung der Bevölkerung zu besseren Regulierungen ist hoch. Insgesamt sprechen sich 90 Prozent der Personen ab 15 Jahren dafür aus, dass mehr Orte (wie Terrassen oder Spielplätze) rauch- und dampffrei werden. Zudem befürworten 71 Prozent ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten.

Gesundheitsrisiken hoch und teilweise noch unbekannt

Neben den bekannten, hohen Gesundheitsrisiken des Tabakkonsums sind auch tabakfreie Nikotinprodukte nicht unbedenklich. Das enthaltene Nikotin besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial und steht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang. Zudem können Nikotinprodukte Schadstoffe wie etwa Aldehyde enthalten, die für ihre toxischen Wirkungen bekannt sind. Welche langfristigen gesundheitlichen Folgen der Konsum solcher Produkte konkret hat, ist bislang nur unzureichend erforscht.

Zur Erhebung

Die repräsentative Erhebung Gesundheit und Lifestyle wurde vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Auftrag des Tabakpräventionsfonds (TPF) durchgeführt und von Sucht Schweiz ausgewertet. Die Inhalte werden vom TPF gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) definiert. Die Befragung erfasste seit 2022 jährlich das Gesundheitsverhalten der Schweizer Bevölkerung insbesondere im Bereich Tabak- und Nikotinkonsum.

Pressekontakt:

Markus Meury

Mediensprecher

mmeury@suchtschweiz.ch

021 321 29 63

Monique Portner-Helfer

Mediensprecherin

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021 321 29 74



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Über Sucht Schweiz:
Sucht Schweiz will Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen und Verhaltensweisen mit Suchtpotenzial verhindern oder vermindern.

Wir fördern die gesellschaftliche Debatte im Suchtbereich. Wir entwickeln und verbreiten wissenschaftliche Erkenntnisse, die es erlauben, die zugrundeliegenden Probleme zu verstehen, ihnen vorzubeugen und angemessen zu begegnen. Wir setzen uns für wirksame Massnahmen und politische Rahmenbedingungen zur Problemreduktion ein. Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt. Dabei kombinieren wir Massnahmen der Suchtprävention und der Gesundheitsförderung.

Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Betroffenen und Nahestehenden stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.

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Quellen:
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