enespa & Fueltec Maroc: Vom Anlagenbauer zur integrierten Recyclingplattform |
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27.05.2026, Die enespa Gruppe treibt gemeinsam mit ihrem Partner Fueltec den internationalen Ausbau ihrer Recyclingaktivitäten weiter voran. Mit dem Einstieg in Valorise Maroc, ein bestehendes Recyclingunternehmen in der marokkanischen Hafenstadt Tanger, entsteht dabei weit mehr als ein neues Recyclingprojekt: Marokko markiert für enespa den nächsten strategischen Entwicklungsschritt hin zu einem integrierten „Recycling as a Service“-Modell.
Warum Marokko für enespa strategisch besonders wichtig ist
Der Standort Tanger bietet ideale Voraussetzungen für dieses Modell. Die Region zählt zu den wichtigsten Industrie- und Logistikzentren Nordafrikas und beherbergt zahlreiche internationale Unternehmen aus der Automobil-, Industrie- und Aerospace-Branche. Über die Tanger Free Zone und den Hafen Tanger Med bestehen direkte Verbindungen zu internationalen Lieferketten und Absatzmärkten.
Besonders attraktiv ist dabei die Struktur der verfügbaren Materialströme: Im Fokus stehen industrielle Kunststoffabfälle, die im Vergleich zu klassischem Consumer Waste deutlich sortenreiner und hochwertiger sind. Dadurch können grosse Teile der Materialien direkt dem mechanischen Recycling zugeführt werden – effizienter, wirtschaftlicher und mit geringerem Energieaufwand.
Fueltec organisiert dabei nicht nur die Verarbeitung, sondern zunehmend auch die Sammlung und Rückführung der Wertstoffe direkt bei den Industrieunternehmen vor Ort. Neben Kunststoffrecycling umfasst das Modell perspektivisch auch Aluminium-, Kupferkabel- und Holzpaletten-Recycling – letztere mit einem Produktionsvolumen von jährlich über einer Million Einheiten am Standort.
Ausbau einer bestehenden Plattform statt Greenfield-Risiko
Ein wesentlicher Vorteil des Projekts liegt im geplanten Erwerb eines bereits operativen Recyclingunternehmens. Dadurch erhält Fueltec unmittelbaren Zugang zu bestehenden Produktionskapazitäten, behördlichen Genehmigungen, Kundenbeziehungen und laufenden Materialverträgen.
Im Gegensatz zu klassischen Greenfield-Projekten entsteht die Plattform somit nicht auf der grünen Wiese, sondern baut auf einem bereits profitablen operativen Geschäft mit attraktiven Industriekunden auf. Gleichzeitig bestehen bereits Vorvereinbarungen mit internationalen Abnehmern wie Repsol für bestimmte Feedstock-Ströme.
Chemisches Recycling als nächster Entwicklungsschritt
Langfristig bleibt auch chemisches Recycling natürlich ein zentraler Bestandteil der Strategie. Perspektivisch soll der Standort um Pyrolysekapazitäten erweitert werden, um jene Kunststofffraktionen zu verwerten, die sich mechanisch nicht sinnvoll recyceln lassen. Damit verfolgt enespa einen technologieoffenen Ansatz: Entscheidend ist nicht mehr die einzelne Recyclingmethode, sondern die bestmögliche Rückführung von Materialien in den Wirtschaftskreislauf.
Bis 2032 plant Fueltec Maroc die Verarbeitung von jährlich bis zu 200.000 Tonnen Plastikabfälle und Altreifen. Ab diesem Zeitpunkt wird ein Jahresumsatz von rund 192 Millionen Euro bei einem EBITDA von 83,5 Millionen Euro angestrebt.
Trotz aller Fortschritte bleibt die Lücke zwischen Anspruch und Realität sichtbar. Noch immer werden weniger als 20 Prozent der Kunststoffanteile eines Altfahrzeugs tatsächlich recycelt. Zersetzungsprozesse, Materialalterung, Komplexität und wirtschaftliche Faktoren bremsen den Fortschritt. Die gute Nachricht: Die Potenziale sind gewaltig. Jeder Schritt in Richtung zirkulärer Materialien spart fossile Rohstoffe, reduziert CO2-Emissionen und stärkt die europäische Rohstoffunabhängigkeit.
Ein lokales Modell mit internationaler Skalierbarkeit
Für enespa besitzt das Projekt in Marokko Modellcharakter. Erstmals entsteht in einem überschaubaren Markt eine integrierte Plattform, die Sammlung, Logistik, mechanisches Recycling und perspektivisch chemisches Recycling unter einem Dach vereint.
Das Engagement in Marokko markiert für enespa den nächsten strategischen Entwicklungsschritt: weg vom reinen Anlagenbau, hin zu einem international aufgestellten Anbieter integrierter Recyclinglösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
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