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Mehr als nur «Vocabulaire»: Französisch auch im Sachunterricht

 



29.05.2026, Beim immersiven Unterricht können Schülerinnen und Schüler nicht nur in Sprachfächern, sondern auch in anderen Fächern Fremdsprachen kennenlernen. Eine Studie zeigt: Die Unterrichtsform kann viel bewirken, wenn sie passend und flexibel umgesetzt wird. Mit dem kantonalen Programm «SOprima» soll immersiver Unterricht auf Französisch nun weiter etabliert und der Austausch mit Gleichaltrigen über die Sprachgrenze hinweg gefördert werden.

Das Fach Natur, Mensch, Gesellschaft auf Französisch? Sport auf zwei Sprachen? Welche Vorteile bringt «Franz», wenn es auch in anderen Fächern verwendet wird? Immersiver Unterricht bedeutet, dass ein Sachfach zweisprachig unterrichtet wird. Im Rahmen des Programms «SOprima» (Solothurner Projekt für immersives Unterrichten, Austausch und Mobilität) soll die Unterrichtsform definitiv eingeführt werden und bis 2029 an allen Solothurner Schulen der Primarstufe und der Sek-1-Stufe Anwendung finden. Nur: Wie lässt sie sich breit und sinnvoll in der Volksschule verankern?

Vielfalt statt Einheitslösung
Während des Schuljahres 2024/25 hat ein Forschungsteam der Universität Genf drei Schulen im Kanton Solothurn begleitet, um dieser Frage nachzugehen. Die Ergebnisse sind positiv und richtungsweisend. Ein hochwertiger immersiver Unterricht erfordert die Flexibilität der jeweiligen Schule und ihre Bereitschaft für individuelle Lösungen. Der Ansatz funktioniert insbesondere dann, wenn er flexibel bleibt und den jeweiligen Begebenheiten angepasst wird. So unterscheiden sich die Bedingungen jeweils von Schule zu Schule beträchtlich:

Die Lehrpersonen haben mehr oder weniger Erfahrung und Ausbildung im zweisprachigen Unterricht.

Die Schulstandorte sind je nachdem näher oder weiter von der Sprachgrenze zur Romandie entfernt.

Die Fremdsprachen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unterschiedlich tiefgreifend in den Unterricht eingeführt.

Die Genfer Studie macht deutlich, dass die Ergebnisse an den verschiedenen Schulen und Klassen nur bedingt vergleichbar sind. Zum Beispiel macht es einen Unterschied, wie oft Schülerinnen und Schüler mit der Fremdsprache in Kontakt kommen, ob zusätzliche Lehrpersonen beteiligt sind oder wie stark die Schulleitung das Programm unterstützt.

Besonders klar äussert sich das Forschungsteam zur Frage der Zugänglichkeit: Immersiver Unterricht soll allen Schülerinnen und Schülern offenstehen. Denn sprachbewusst gestalteter Unterricht wirkt sich auf die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler positiv aus.

Aus diesen Erkenntnissen der Studie lässt sich eine klare, zielführende Schlussfolgerung ableiten: Immersiver Unterricht kann einen grossen Effekt haben, wenn seine Potenziale richtig eingeschätzt werden, wenn die Rahmenbedingungen passen und wenn er in kleinen Schritten eingeführt wird.

Enge Partnerschaft mit dem Kanton Neuchâtel
Seit 2011 ist der Kanton Neuchâtel immersiv unterwegs. Dort hat sich der Ansatz bewährt. Seit 2022 arbeitet der Kanton Solothurn eng mit Neuchâtel zusammen und profitiert von den Erfahrungen aus der Westschweiz. Die Genfer Studie verdeutlicht, dass es eine klare Verankerung im kantonalen Angebot braucht, damit sich immersiver Unterricht langfristig etablieren kann. Zudem machen Klassenbesuche und Brieffreundschaften den Fremdsprachenunterricht lebendig, fördern das interkulturelle Verständnis füreinander und ermöglichen persönliche Kontakte über die Sprachgrenze hinweg aufzubauen (Austausch und Mobilität). Praxisnahe Kurse oder schulinterne Workshops der Pädagogischen Hochschule FHNW vermitteln ergänzende Kompetenzen und schaffen einen motivierenden Zugang für handlungsorientierten Sprachenunterricht.

Die langfristigen Ziele zur Stärkung des Französischunterrichts sind im Kanton Solothurn bereits verankert:

im Legislaturplan 2025–2029

in der Vereinbarung über die Volksschulangebote 2026–2030

in der entsprechenden Absichtserklärung zwischen den Kantonen Neuchâtel und Solothurn («Förderung von Austausch und Mobilität sowie von immersiven Unterrichtsformen»)

Immersiver Unterricht – Sprache als Mittel zum Ziel
Immersiver Unterricht bedeutet, dass ein Sachfach wie Bewegung und Sport, Mathematik oder Musik zweisprachig unterrichtet wird. Im Mittelpunkt stehen die fachlichen Inhalte, nicht die Sprache. Die französische Sprache ist dabei ein Mittel zum Lernen, nicht das eigentliche Ziel. Diese Leitidee unterscheidet sich vom klassischen Fremdsprachenunterricht, der lediglich einzelne inhaltliche Elemente einbindet. Auch grenzt er sich von Formen der totalen Immersion ab, bei denen der Unterricht ausschliesslich in der Fremdsprache abgehalten wird.

Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über Kantonale Verwaltung Solothurn:
Die Stadt Solothurn (Salodurum) war schon zur Römerzeit ein Knotenpunkt der grossen Heerstrassen Helvetiens. 888 kam das Gebiet des heutigen Kantons Solothurn an das Königreich Burgund und 1032 mit diesem an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Im Mittelalter lehnt sich ihre Geschichte an das im 10. Jahrhundert entstandene Chorherrenstift des heiligen Ursus an, das ursprünglich alle Hoheitsrechte mit Ausnahme des Blutbanns innehatte, von dem sich die Bürgerschaft aber allmählich emanzipierte. Nach dem Aussterben der Zähringer (1218), welche die Reichsvogtei besassen, wurde Solothurn reichsunmittelbar; 1295 schloss es mit Bern ein ewiges Bündnis und hatte 1318 eine Belagerung durch Herzog Leopold I. von Habsburg auszustehen, weil es Friedrich den Schönen nicht als König anerkannte. 1344 erwarb die Stadt Solothurn ihr erstes ausserstädtisches Territorium.

Ein Versuch des verarmten Grafen Rudolf von Kyburg, sich der Stadt durch Verrat zu bemächtigen, wurde glücklich vereitelt (Solothurner Mordnacht, vom 10. zum 11. November 1382) und führte zu dem Kyburger Krieg, in welchem Bern und Solothurn das Grafenhaus vernichteten.

Wie eine grüne Oase liegt der Kanton Solothurn verbindend zwischen den Agglomerationen Basel, Bern, Zürich. Liebliche Gegenden, harmonisch eingebettet in eine eindrückliche Natur und eine attraktive Palette von Erholungsmöglichkeiten bieten für Bewohner/innen und Gäste einen Lebensraum, der sowohl zentral liegt als auch ruhig ist.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


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