Die Beschäftigung ist im Jahr 2024 nur zögerlich gewachsen

 



20.08.2026, Neuchâtel - Jahr 2024 zählte die Schweizer Wirtschaft rund 5,68 Millionen Arbeitsplätze, was einem Wachstum von 0,6% gegenüber 2023 entspricht. Damit wurde der zweitniedrigste Beschäftigungsanstieg seit 2011 verzeichnet. Die Beschäftigung nahm in allen Grossregionen ausser dem Tessin zu. Im Zeitraum 2011 bis 2024 wurden in der Schweiz über 810 000 Arbeitsplätze geschaffen, nahezu alle neuen Stellen entfielen auf den tertiären Sektor. Soweit die jüngsten Ergebnisse der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) des Bundesamtes für Statistik (BFS).

2024 übten rund 78% der 649 000 in der Schweiz registrierten Unternehmen ihre Haupttätigkeit im tertiären Sektor (Dienstleistungen) aus. Auf den sekundären Sektor (Industrie, Kunst und Gewerbe) entfielen gut 14% der Schweizer Unternehmen und auf den primären Sektor (Land und Forstwirtschaft sowie Fischerei) weniger als 8%. Der Dienstleistungssektor gewann gegenüber dem Vorjahr weiter an Gewicht: Er ist der einzige Sektor, in dem sowohl die Beschäftigung als auch die Anzahl Unternehmen zugelegt haben. Auf nationaler Ebene wurde eine der schwächsten Beschäftigungszunahmen (+0,6%) seit 2011 registriert. Ähnlich schwach war das Wachstum einzig in den Jahren 2015, das durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank beeinflusst war (+0,6%), und 2020, in dem die Beschäftigung aufgrund der Covid-19-Pandemie zurückging (–0,6%).

Sozialwesen und Finanzdienstleistungen sind seit 2011 im Aufschwung

Auf Branchenebene dominierten 2024 die Unternehmen des Gesundheitswesens. Sie machten 11% aller Unternehmen aus. Damit stellte dieser Wirtschaftszweig am meisten Unternehmen in der Schweiz. Dahinter folgten die Branchen «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen» sowie «Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei» mit 9,2% bzw. 7,6%. Folgende Wirtschaftszweige beschäftigten die meisten Personen: «Öffentliche Verwaltung» (8,7% der Gesamtbeschäftigung), «Gesundheitswesen» (8,5%) und «Detailhandel» (5,9%).

Seit 2011 entwickelt sich die Beschäftigung je nach Bereich unterschiedlich. Zu den Dynamischsten zählen namentlich das «Sozialwesen ohne Unterbringung» mit einem Zuwachs von fast 58,9% (+47 000 Beschäftigte), die «mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundenen Tätigkeiten» (+55,9%; +32 000 Beschäftigte) sowie die Branche «Kunst, Unterhaltung und Erholung» (+54,3%; +38 000 Beschäftigte). Am stärksten geschrumpft sind hingegen die «Herstellung von elektrischen Ausrüstungen» mit einem Rückgang um 23,8% (–9000 Beschäftigte), die «Herstellung von Holzwaren. Papier und Druckerzeugnissen» mit einem Minus von 21,2% (–16 000 Beschäftigte) sowie die «Post-, Kurier- und Expressdienste» (–20,7%; –11 000 Beschäftigte).

Grossunternehmen kommen besser zurecht

Seit einigen Jahren nimmt der Anteil der Einheiten mit zwei oder weniger Beschäftigten zu (+4,3 Prozentpunkte zwischen 2011 und 2024). Obschon rund 90% aller Unternehmen sehr kleine Strukturen (weniger als zehn Personen) aufweisen, stellen sie zusammen weniger als ein Viertel aller Beschäftigten. Gemessen an der Beschäftigtenzahl haben die Grossunternehmen ihre Position verstärkt (+2,6 Prozentpunkte). Diese Betriebe umfassen mindestens 250 Beschäftigte und sind insgesamt für mehr als 2,2 Millionen Arbeitsplätze zuständig. 2024 sorgten sie für über drei Viertel des Beschäftigungswachstums, obschon sie nur 0,3% aller aktiven Unternehmen ausmachen. Im Jahr 2024 waren das 2160 von nahezu 650 000 registrierten Unternehmen.

Die Schweizer Wirtschaft weist folglich zwei Besonderheiten auf: Zum einen werden die sehr kleinen Unternehmen immer zahlreicher, zum anderen beschäftigen Grossunternehmen immer mehr Personen.

Regionale Wachstumsunterschiede

Im Jahr 2024 wurden in der Schweizer Wirtschaft insgesamt 36 151 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen (+0,6%). Dieser Anstieg verteilt sich nicht gleichmässig auf die verschiedenen Regionen der Schweiz. Die Genferseeregion und die Zentralschweiz (je +1,2%) schneiden relativ gut ab. Der Espace Mittelland stagniert mit 1848 neuen Arbeitsplätzen (+0,2%).

Bei den Kantonen wurden die stärksten Zunahmen in Appenzell Ausserrhoden (+1102; +4%), Zug (+3418; +2,6%) und Nidwalden (+578; +2,3%) gemessen. Die Kantone Wallis und Basel-Stadt überschritten die symbolische Marke von 200 000 Arbeitsplätzen. Auf der Verliererseite stehen die Kantone Jura (–984 Arbeitsplätze; –2%), Neuenburg (–1069; –0,9%) und Tessin (–1868; –0,7%). Sie verzeichnen allesamt einen Beschäftigungsrückgang.

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